Picture my Day #16 – Geocaching in Berlin

Picture my Day 16 fand dieses Jahr am 1. Oktober statt. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich in Berlin und verlebte dort einen schönen Tag mit Geocaching, Shopping, Essen in Yoyos Foodworld und abends Kino.

Frühstück mit selbstgemahlenen Kaffee

Links Kaffeeröster, rechts Stößel mit Mörser. In der Mitte ein Katzegerät.

Barista. Selbstgemahlener Bohnenkaffee. Hier eine leere Kaffeetasse.

Ein Smartphone mit mir hintendran.

Berlin Biovegan Action im Alnatura und Yoyo Foodworld! Nein. Eigentlich strecken hier nur 2 Deppen ihre Zungen aus.

Vegan for Fatness im YoYo Foodworld!

Geocaching!

Große Arschdusche.

Viele Bäume machen eine Allee.

Was ist das und wie kommt es hierher?!

Sowjetisches Ehrendenkmal.

Bartmann, Zebrawand und Toasta!

Ei vs Eyerkopp.

Zum Abschluß dieses Posts gibts auch noch ein Video dazu. Ich freue mich schon auf den nächsten “Picture my Day”-Day.

Buch Rezension – Ramona Ambs – Die radioaktive Marmelade meiner Grossmutter

Ramona Ambs – Die radioaktive Marmelade meiner Grossmutter

Nur durch Zufall spülte mir Amazon, auf der Suche nach Büchern über das Thema Radioaktivität und Tschernobyl, dieses Kleinod von Literatur in die Suchergebnisse. Ich war sofort angefixt. Angefixt trifft es hier auch super und ist das passende Wort für diese knapp 160 Seiten starke Lebensgeschichte.
Ramona Ambs, ihrerseits 1974 in Freiburg geboren, skizziert hier in ihrem ersten Roman das kurzweilige Leben von Romy.

Romy wächst nach dem Tod ihrer Mutter bei ihren vom Holocaust traumatisierten jüdischen Großeltern auf. Gefangen in diesem Käfig aus Erinnerungen, die nicht ihre eigenen sind, sucht sie nach einem Ausweg. Sie schnüffelt schon früh an den Lacken ihres Großvaters im Keller, probiert die Tabletten der Großmutter und schließlich auch den Stoff, der bereits ihrer Mutter den wattigen Tod brachte: Heroin.

Das Buch erzählt die Geschichte direkt einsträngig aus Romy ihrer eigenen Gedanken-Perspektive als wäre es ein Tagebuch. So ist man immer ganz nah bei ihr. Diese Erzählweise macht die Leseerfahrung so intensiv und berührend. Besonders gelungen dabei ist die Sprache: in Ich-Form erzählt die Figur von ihrem Leben, erst mit den Augen und der Sprache eines Kindes, später dann mit den Augen einer jungen Frau, die zuviel gesehen hat. Durchgängig jedoch, von der ersten bis zu letzten Seite, bleibt der skeptische Blick Romys auf die Welt und ihre Eigenheiten. Man ist gleichermaßen bei ihrem ersten Schuss als auch bei ihrem herausragenden Abiturabschluss dabei. So reitet der Leser von einem hohen Lebensberg zum nächsten tiefen Tal mit Romy. Dabei will das Buch so gar nicht dem gängigen Mainstream entsprechen. Hier wird nicht mit erhobenen Zeigefinger auf eine schlimme Drogenkarriere mit all ihren Tiefen gezeigt. Sondern es saugt den Leser in die traurige, tragische und doch so bitterbös humorvolle Welt von Romy. Man baut gar eine romantische Beziehung zu sich, Romy und dem Heroin auf. Die Titelheldin lebt nicht, sie überlebt, sie hastet, sie springt, sie liebt, sie überholt und wird doch immer wieder eingeholt. Dieses sonderbar kostbare Buch handelt also von der Sucht. Der Sucht nach Leben.

Es gehört zu den besten Büchern, die ich in jüngster Zeit lesen durfte und bin froh es entdeckt zu haben und möchte es unbedingt jedem empfehlen. Es ist wie eine Droge.

Element of Emtiness – Von Eifersucht auf andere Leben

Element of Emtiness – Von Eifersucht auf andere Leben

Deine Wünsche hören sich komisch für mich an. Nicht weil ich sie nicht verstehe, sondern weil ich sie nicht nachvollziehen kann. Ist aber nicht schlimm. Ich neige dazu, Menschen zu idealisieren. Ich höre auch nicht auf deine Fehler. Kann ich auch nicht. Der größte Gegner ist nämlich das Bild, das ich von mir selbst im Kopf habe. Du zeigst mir deine Wünsche und Fehler wie extraordinäre Kunstwerke immer wieder vor die Augen. Muss man ja gesehen haben solche Prachtstücke. Manche Fehler sind so schön, da wäre man ja blöd, wenn man sie bloß ein einziges Mal zeigt. Da schaukeln wir nun in der Galerie des abartigen Seins. Von deinen gezeigten Fehlerwunschkunstwerken sehe ich nicht all zu viel. Bin ja bisschen blind. Manchmal kann ich den Weg am besten erkennen, wenn es dunkel ist. Ist es aber gerade nicht. Das Neonlicht deiner Erhabenheit blendet mich. Wir sind ja beide Künstler. Jeder behauptet vom Anderen, das er besser sei. Mistgunst.

“Hingabe & Mut – die zwei Hauptzutaten zur Wunscherfüllung!”, sagst du. Tja und nun sieh mich an. Hier stehe ich. Dein Klotz am Bein. Einfach mal stehen lassen, was der andere sagt. Wenn es dann so im Raum rum steht, gibt es vielleicht ein tolles Designelement zum Einstauben ab. Mit Traurigkeit im Herzen und dem Selbstzweifel in der Faust lässt es sich aber auch gut Pinsel halten. Also malen wir zusammen, jeder für sich. Frische Liebe übersieht die schlechten Seiten des Anderen. Damit sie also länger blüht, sollte man immer einen Schuss Alkohol ins Pinselwasser geben. Ich hätte gerne die Präzision, mit der ich gerade mein Leben gegen die Leinwand pinsel, beim Pinchen mit Schnaps füllen. Das bisschen rumkleckern. “Aua, der Schnaps brennt!” – “Das heißt nur, dass er hilft” – vielleicht eine der Weisheiten, die einen später mal kaputtmachen wird. Leere Köpfe, leere Flaschen. Chemie vernebelt die Gedanken und hüllt sie in Verbindung. Mit jedem Schnaps fühle ich mehr Gedanken. Mit jedem Schnaps redest du mehr über Gefühle. Es heißt GeFühle. Und nicht GeRede. Weil man nicht darüber redet, Baby. Entweder sind wir Puppenspieler oder Marionetten denke ich. Jeder ist voll von Gefühlen, manchmal ist nur die Angst sie zu zeigen größer als die Freude sie zu teilen. Fragen kostet nix. Außer Würde. Ich stammel dir in kleinen Wortfetzen meine Eifersucht auf dein Leben vor. Vorsicht, verschluckbare Kleinteile. Tja nun. Da packt man das Leben am Schopf und dann trägt es nur ein Toupet. Schade irgendwie.

Wenn Sein und Sollen sich streiten, freut sich die Verzweiflung. Du lachst mich aus. Wir trinken uns noch gegenseitig aus und nehmen unsere Fehlerwunschkunstwerke anschließend nicht mit nach Hause. Manchmal birgt eine falsche Entscheidung einen schönen Moment. Damit man hinterher sagen kann: Es war nicht alles schlecht. Ich gehe jetzt nach Hause. Ruf mich an, wenn du was brauchst. Nicht zu wissen was man will, ist am Meer definitiv schöner. Noch nach Wochen wirst du dir diesen Fehler vorwerfen, den du jedem anderen längst verziehen hättest. Max Mustermann, 28, meist erfolgreich, passabel aussehend, aber in 6 Stunden wieder mit Kater auf dem Boden der Tatsachen. Jeden Moment, den ich überlebe, ist so eine Verschwendung von Zeit. Ich möchte nicht mehr darum kämpfen. Ich fühle mich von jeglicher Existenz freigehungert. How do you want me?! Auf dem Heimweg vibriert mein Handy. So intim war ich schon Jahre nicht mehr.

Deviance – Es ist angerichtet

Ich bekam heute wieder ein Schauspiel provinziellen Intelligenzdefizits par excellence geboten. Und ich musste nicht mal Eintritt dafür bezahlen, denn ich bekam es von mir selbst. Aber langsam. Schmerz soll man ja genießen. Wir fangen mein Leidgericht von vorne an. Man nehme ganz viel Selbsthass, eine Prise Selbstmitleid, ordentlich Zwiebeln und Verzweiflung und warte bis es überkocht. I Viola … Autopilot. Nein, ganz so einfach ist dieses Rezept natürlich nicht mehr. Man gieße also auch noch mehrere Schluck Realität in einen Becher und werfe Gläser ins Glashaus und fülle mich dann damit. Genau genommen muss diese Zutat exquisit von außen kommen. Manchmal stößt einen das Gestern nämlich in das Morgen und man hat keine Gegenwart, um einfach da zu sein. So auch an diesem Abend. Ein paar Gestalten aus der Vergangenheit rissen ein paar Seiten aus meinem Prolog und einige unnötige Aspekte meiner Darseinsgeschichte heraus und machten damit ein Feuer. Ich bin ein offenes Kochbuch für Andere. Jetzt mussten sie es nur noch lesen lernen. Wie viele von uns haben Taten ihrer “früheren Leben” tief begraben, haben sie verdrängt, vielleicht sogar vergessen. Taten, die nicht mehr mit dem, was sie heute zu sein glauben, übereinstimmen. Dinge, für die sich heute schämen würden und bei denen es auf die Frage nach dem Warum keine Antwort gab, gibt und geben wird.

Jeder von uns hat seine eigenen Lebenslügen. Menschen mit Problemen werden meisterhafte Schauspieler. Lebensmotto Tarnkappe. Kaum etwas definiert uns besser als das, was wir verstecken oder zu verstecken versuchen. Möchte man also seine Fassade erhalten oder Illusionen einreißen? Mein angemixter Cocktail an Emotionen begann also überzukochen. Eine klare Schutzreaktion, bei dieser Überhitzung, ist mein interner Bimetallstreifen. Ich fahre alle Abwehrmechanismen hoch und blocke jeden Versuch mich wieder betriebsbereit und funktionstüchtig zu bekommen. Der Autopilot. So kann ich im Höhenflug krass tief abgehen und bin für Menschen, die mich doch eigentlich lieben, nicht mehr erreichbar. Ein verzerrtes Bild meiner selbst. Los, Unverständnis! Brüll mir laut ins Gesicht.

Wie vielen Menschen fällt es auf, wenn man bei ihnen ist, aber verschwindet? Verblasste Persönlichkeit. Die Antwort ist, dass es vielen Menschen schon auffällt. Wenn man immer alles alleine unternommen hat, stehen plötzlich die Tätigkeit und der Ort im Vordergrund. Es gibt einem Sicherheit. Es ist mir zu ungewohnt jede Hilfe anzunehmen, zu unsicher sich eines Besseren belehren zu lassen. Ich habe mit diesen Zutaten zu selten gekocht, um sicher mit ihnen umgehen zu können und ihre Wirkung im fertigen Gericht abzuschätzen und anzuerkennen. Viele versuchten mich jedoch mit Wort und Tat davon zu überzeugen. Aber noch nicht einmal einzelne Wörter haben für alle Menschen dieselbe Bedeutung. Wie soll das dann mit ganzen Sätzen funktionieren? Zu unterschiedlich sind doch die Geschmäcker. Und so endet manchmal nicht die Freundschaft, sondern die Geduld.

Jeder Mensch braucht gute Zeiten um die schlechten Zeitnarben zu flicken. Diese Pflaster reichen jedoch oft nur für einem Selbst und selten akzeptiert man die Not einem anderen Menschen sein eigenes Verbandszeug abzugeben und selbst mit Wunden zurück zu bleiben. Es ist aber eben auch wichtig Wunden zu lecken, die in ihren Tränen echte Überwindung und auch Transzendenz versprechen. Wenn schon alle internen Spiegel verhängt sind, bleibt nur noch die blasse Reflexion der Schaufenster mit all den bunten Produkten der anderen Menschen, die billigeren Umsatz versprechen. Als Kind hat man mir stets gesagt, wann ich gefälligst glücklich sein sollte – heutzutage weiß ich es immer erst hinterher. Ich hasse mich dafür ein kleines Stück Glück nicht genießen zu können, weil ich auf größere Stücke warte. Aber der Kuchen ist eine Lüge. Es gibt kein größeres Stück. Es gibt Krümel. Kleine Happen zugeworfen, damit man nicht verhungert und das Elend bei der Stange hält. Man muss im Leben nicht immer alles richtig machen, denn auf Grabsteinen stehen keine Noten. Ich bin schwer enttäuscht von mir. Wie eigentlich meist. Wie eigentlich immer. Aber ich lerne daraus und es wird besser. Es wird besser. Verzeihung und Vergebung sind mir neue und liebe Zutaten, die ich nur schwer und hoffentlich noch oft im Bioladen meines Vertrauens bekommen kann. My Circus. My Monkeys.

Fusion Festival 2014 Impressionen und Ticktickboom

Ich habe Anfang Juli zum mittlerweile 13. Mal das Fusion Festival besucht. Jedes Mal wieder ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis. Dieses Jahr erfreute mich besonders, das sich meine Lieblings-Zeckenrap Gruppe Ticktickboom fast vollständig vor Ort mit kleinen Konzertchen vor Ort waren. Ich besuchte ja Anfang des Jahres schon ein Konzert von ihnen und berichtete hier davon. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich bei meinem Impressionsvideo zum Fusion Festival so viele Konzertschnipsel von Kobito, Sookee und Co. eingeschlichen haben. Besonders freute mich auch die Resonanz zu diesem Video, sowohl die vielen Klickzahlen als auch die persönlichen Meldungen einiger Artists. Bis zum nächsten Mal dann oder so.