Albumtipp: Mathias Duderstadt „Eure Welt“

Mathias Duderstadt – “ Eure Welt“

Vor ein paar Monaten zeigte mir Mathias Duderstadt bei einem Bierchen ungemastertes Rohmaterial seines gleichnamigen Musikprojektes. Das er und sein Gitarrenspiel bei einem gemütlichen Lagerfeuer Gefallen findet, daran zweifelte ich nie. Aber das seine Musik in der heimischen Anlage oder im Auto von mir immer wieder gerne eingelegt wird, daran wollte ich nicht so ganz glauben. Nun ist Anfang November 2013 seine erste 39 minütige kurze Langspielplatte mit dem Namen „Eure Welt“ als Download, Stream und als CD erschienen. In typischer Singersongwriter/Liedermacher Manier mit deutschen Texten lädt die Platte zum entspannen, nachdenken und gelegentlich auch zum tanzen ein und wird dabei durch punkige Einlagen durchbohrt, wozu es sich auch leicht pogen lässt. 

Schon der erste titelgebene Track „Eure Welt“ hat Ohrwurmcharakter und führt stilgebend in die kommenden Songs ein. Beginnend mit der jugendlichen Stimme, unterlegt mit eingängigem Gitarrenriff, stellt sich schon schnell ein Mitwippgefühl im Kopf ein. Der Refrain kommt dann als Konstrast recht brachial daher und weiß zu gefallen. Der zweite Track „Soweit so gut“ kommt textlich recht melancholisch daher und ist dennoch recht energetisch instrumentalisiert. Song 3 „Tellerrand“ ist sehr rhytmisch und verschießt pure Energie und vermittelt im Refrain ein tolles „Wir“-Mitschrei-Gefühl. Ein wenig Reggae-Ska Feeling kommt im vierten Track „Ich und Du“ auf. Hinter „Ich will nicht der Rest sein“ versteckt sich eine toll instrumentalisierte Ballade mit seichten Streichern und tollem Gitarrenspiel. In der Mitte der Platte angekommen, entpuppt sich „Wo Du bist“ als echter Pop-Track und er scheut sich nicht etwas kitschig zu sein. „Ich warte“ setzt wieder auf die Mischung von seichtem Strophen und rockigem Refrain. „Keinen Schritt“ eignet sich auch gut zum mitwippen und schreien. „Digital“ ist für mich die schwächste Nummer des Albums und mag mir nicht so recht gefallen. Wohl deshalb schreit Mathias im nächsten Track schon nach „Inspiration“, der nur mit Mathias seiner tollen Stimme und einer Rhythmusgitarre auskommt. Coole Nummer. Mit dem Song „Abschalten“ findet die Platte leider ein zu frühes Ende und ich möchte es sofort von Vorne hören.

Textlich gibt sich Mathias recht breit gefächert und sinniert über Themen wie Globalisierung, Weltenflucht, Liebe, Sehnsucht und Träume ohne sich jedoch im Detail zu verlieren. Aber dennoch so tiefgründig um mosaikhaft Geschichten entstehen zu lassen. Er lässt viel Interpretations,- und Identifikations-raum für den geneigten Zuhörer. Musikalisch fand ich mich immer ein bisschen an Liedfett, Trouble Orchestra oder auch Feine Sahne Fischfilet erinnert ohne jedoch eigene Identität einzubußen. Eine gute Mischung. Das Mastering ist sehr gut gelungen. Man merkt das der Fokus auf die Stimme gelegt wurde. Sie ist immer präsent und gut verständlich. Alle Instrumente sind toll abgemischt und fügen sich nahtlos in das Gesamtkonzept ein. Mathias bleibt jedoch instrumentalisch immer auf klassischen Pfaden. Hier hätte ich mir mehr Experimente gewünscht. Meine Anspieltipps sind „Soweit so gut“, „Keinen Schritt“ oder „Tellerrand“. Sein Album kann man zum Beispiel über Amazon erwerben oder auch bei Spotify hören.

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