Element of Emtiness – Von Eifersucht auf andere Leben

Element of Emtiness – Von Eifersucht auf andere Leben

Deine Wünsche hören sich komisch für mich an. Nicht weil ich sie nicht verstehe, sondern weil ich sie nicht nachvollziehen kann. Ist aber nicht schlimm. Ich neige dazu, Menschen zu idealisieren. Ich höre auch nicht auf deine Fehler. Kann ich auch nicht. Der größte Gegner ist nämlich das Bild, das ich von mir selbst im Kopf habe. Du zeigst mir deine Wünsche und Fehler wie extraordinäre Kunstwerke immer wieder vor die Augen. Muss man ja gesehen haben solche Prachtstücke. Manche Fehler sind so schön, da wäre man ja blöd, wenn man sie bloß ein einziges Mal zeigt. Da schaukeln wir nun in der Galerie des abartigen Seins. Von deinen gezeigten Fehlerwunschkunstwerken sehe ich nicht all zu viel. Bin ja bisschen blind. Manchmal kann ich den Weg am besten erkennen, wenn es dunkel ist. Ist es aber gerade nicht. Das Neonlicht deiner Erhabenheit blendet mich. Wir sind ja beide Künstler. Jeder behauptet vom Anderen, das er besser sei. Mistgunst.

„Hingabe & Mut – die zwei Hauptzutaten zur Wunscherfüllung!“, sagst du. Tja und nun sieh mich an. Hier stehe ich. Dein Klotz am Bein. Einfach mal stehen lassen, was der andere sagt. Wenn es dann so im Raum rum steht, gibt es vielleicht ein tolles Designelement zum Einstauben ab. Mit Traurigkeit im Herzen und dem Selbstzweifel in der Faust lässt es sich aber auch gut Pinsel halten. Also malen wir zusammen, jeder für sich. Frische Liebe übersieht die schlechten Seiten des Anderen. Damit sie also länger blüht, sollte man immer einen Schuss Alkohol ins Pinselwasser geben. Ich hätte gerne die Präzision, mit der ich gerade mein Leben gegen die Leinwand pinsel, beim Pinchen mit Schnaps füllen. Das bisschen rumkleckern. „Aua, der Schnaps brennt!“ – „Das heißt nur, dass er hilft“ – vielleicht eine der Weisheiten, die einen später mal kaputtmachen wird. Leere Köpfe, leere Flaschen. Chemie vernebelt die Gedanken und hüllt sie in Verbindung. Mit jedem Schnaps fühle ich mehr Gedanken. Mit jedem Schnaps redest du mehr über Gefühle. Es heißt GeFühle. Und nicht GeRede. Weil man nicht darüber redet, Baby. Entweder sind wir Puppenspieler oder Marionetten denke ich. Jeder ist voll von Gefühlen, manchmal ist nur die Angst sie zu zeigen größer als die Freude sie zu teilen. Fragen kostet nix. Außer Würde. Ich stammel dir in kleinen Wortfetzen meine Eifersucht auf dein Leben vor. Vorsicht, verschluckbare Kleinteile. Tja nun. Da packt man das Leben am Schopf und dann trägt es nur ein Toupet. Schade irgendwie.

Wenn Sein und Sollen sich streiten, freut sich die Verzweiflung. Du lachst mich aus. Wir trinken uns noch gegenseitig aus und nehmen unsere Fehlerwunschkunstwerke anschließend nicht mit nach Hause. Manchmal birgt eine falsche Entscheidung einen schönen Moment. Damit man hinterher sagen kann: Es war nicht alles schlecht. Ich gehe jetzt nach Hause. Ruf mich an, wenn du was brauchst. Nicht zu wissen was man will, ist am Meer definitiv schöner. Noch nach Wochen wirst du dir diesen Fehler vorwerfen, den du jedem anderen längst verziehen hättest. Max Mustermann, 28, meist erfolgreich, passabel aussehend, aber in 6 Stunden wieder mit Kater auf dem Boden der Tatsachen. Jeden Moment, den ich überlebe, ist so eine Verschwendung von Zeit. Ich möchte nicht mehr darum kämpfen. Ich fühle mich von jeglicher Existenz freigehungert. How do you want me?! Auf dem Heimweg vibriert mein Handy. So intim war ich schon Jahre nicht mehr.

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