Harter Polizei Struggle mit Drogen in meiner Hood

Lieber Nervenheilanstalten Blog. Bei der heutigen Geschichte aus meiner Hood geht es um harte Drogen und derben Struggle mit der örtlichen Polizei. Aber von Anfang an: Es begab sich am Freitag den 13.11.15. (Anm.d.R. Ein Zufall?) Beim örtlichen Penner Penny, ich verstaute gerade wohl verdächtig wirkendes Gemüse in meiner Karosserie als ich aus dem Augenwinkel heraus einen Streifenwagen Insassen dabei beobachte wie er wiederum mein wundervoll gedreadetes Haar beobachtete. Innerlich stellte ich mich also schon darauf ein, dass die netten Beamten ihre nächste halbe Stunde in meiner Anwesenheit verbringen wollen würden. So geschah es dann auch, dass das „Bitte folgen“ Schild des Polizeiwagens aufleuchtete während ich den Parkplatz mit lautem Battlerap verließ. Lange Einleitung, eine Routine Verkehrskontrolle und 2 Drogentests später stand ich also mit zwei positiven Messwerten auf Methamphetamine da und versuchte zu erklären, dass ich eigentlich meine Arbeitsstelle aufsuchen müsse und nun so gar keine Zeit für einen Bluttest auf ihrer bestimmt schön möblierten Wachmeisterei hätte. Ick bin nun also der Jesse Pinkman des Ostens und mit Dreads. Zum Glück ließen sich die netten aber bestimmten Polizeibeamten auf einen dritten Test ein, der dann wiederum negativ ausfiel. Das war ein sehr schönes Erlebnis, welches ich nicht so gerne wiederholen möchte. Man soll ja aufhören wenn es am schönsten ist. Was bleibt, ist die Gewissheit daran , dass die Drogentests wohl öfter fehlerhaft sind und ich bei der nächsten Kontrolle auf Teststreifen aus verschiedenen Chargen bestehen werde. Die Moral von der Geschicht, Hair Profiling aus den 80ern ist überholt und lohnte heute nicht. Bis demnächst.

Breakfast At Tinnefs – Vanitas

Oft liege ich nachts wach und warte auf das Monster unter meinem Bett. Dabei schaue ich ungeduldig immer mal wieder runter, um dann in eine entsetzliche Leere zu schauen. Dabei erwarte ich es doch sehnlichst. Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen. Genau genommen schon seit meiner Kindheit nicht mehr. Dabei kann ich für mich gar nicht genau aussagen, meine Kindheit verlassen zu haben. Ich habe sie wohl eher aufgegeben oder einfach nur verloren. Das Monster und ich waren nie so wirklich Freunde. Aber ohne es konnte ich auch nicht. So fühlte ich mich in seiner Anwesenheit zumindest nicht so alleine. Mit dem scheinbaren Ableben des Monsters kamen die Gedanken. Die Gedanken sind ein weitaus schlimmerer Spielgeselle als das Monster unter meinem Bett.

Mit dem Vergehen der Stunden erkämpft sich die Sonne so langsam wieder ihren rechtmäßigen Platz am Himmel. Faszination Nebel in der Dunkelheit. Das Leben ist verschleiert. Ein stiller, verhüllter, verschwommener, diffuser Tanz in den Tag hinein. Nebelerbe / Scherbenprivileg. Was soll mich im Bett halten? Ich handle und reife. Ich bewege mich in dem, was mir noch bleibt. So setzte ich mich an das Schlafzimmerfenster und schaue leeren Blickes in die Morgendämmerung. Es fängt an zu regnen. Sowohl im Kopf als auch im Nebel. Tage, an denen der Regen schon morgens an die Türe klopft, um die Tränen zum Spielen heraus zu holen, mag ich sehr gerne. Beide tanzen dann auf planierten Dystopien. Ich kann ihnen nur still sitzend zuschauen. Man wird Teil einer stehenbleibenden Bewegung. Ich verlebe Geschichten, die der Alltag schreibt, aber das Leben nicht lesen will. Es schaut lieber bunte Bilder vom schönen Sein in der Tageszeitung. Das Morgenradio verhöhnt mich mit Ekelelektro mit sexy Saxofon. Ich hasse Saxofone. Wann bekommt die Morgencrew endlich haue. Vielleicht soll ich ein neues Genre für lässiges Scheitern werden.

Zur Mittagszeit blendet die Sonne sehr stark lebendgebärende Scheiterhaufen und streicht Mosaike aus meiner Haut. Meine Mundwinkel sind noch müde. Bleiben es heute wohl auch weil meine Gedanken gestern Nacht im besten Club der Stadt feiern waren. Stroboskoptanz mit meinem Bewusstsein. Telefonanruf. Ich hebe ab. Mund zu Mund Verrat am Mittag. Das beatmet meine Zukunft neu. Das Licht im Tunnel hätte beinahe geschrien. Ich habe wieder was zu tun. Klar kann ich das erledigen, während ich in Hospitalismus verfalle beim Zuhören und einfach alles abnicke. Je intensiver ich versuche, mein Leben normal zu leben und mich auf den Alltag zu konzentrieren, desto größer wird die Leere in mir. Ein riesiger Sobolev-Raum. Endlos und mit grauen staubigen Wänden. Aber grauer Staub kann ja etwas sehr schön Beruhigendes sein. Es gibt immer die Möglichkeit, Dinge positiver zu formulieren. Dafür schuf Gott den Euphemismus. Ich versuche also jeden Stock zu greifen. Aber schon niedlich, wie ich den Stock suche, den das Leben nie geworfen hat. Vielleicht soll ich ein neues Genre für lässiges Scheitern werden.

Ich hab für meinen Erfolg nie was tun müssen. Das Abi, der Job und meine Hobbys Malerei, Musik und Lyrik. Alles wurde mir so zugeschmissen. Ich bin nicht geworden. Jetzt bin ich wer. Was bleibt mir noch übrig? Ich mach es doch schon. Ich brauch mehr von dieser Scheiße in Schokosoße getunkt. Die Welt dreht sich. Sie dreht sich um mich. Aber ich mich nicht mit ihr. Stillstand. Ich habe doch fast alles zum glücklich sein. Aber die Illusion ist die hässliche Schwester des Wunsches. Dazu noch diese krankhafte Darstellung, dass man mit einem Partner zusammenleben muss. Sonst bist du ein seltsamer Sonderling. Egal wie sehr ich mich bemühe. Ich eigne mich nur für Kurzgeschichten. Ich wollte mal ein Buch schreiben. Aber das ist Quatsch. Das tun schon viel zu viele, die kein Buch schreiben können. Ich möchte mich aber auch nicht zwischen Mädchen, die leicht beschämt nach gemeinsamen Nächten gähnen, bewegen. Mir immer zu sagen, dass ich nicht weiß was ich will hat nichts mit Unentschlossenheit meinerseits zu tun. Es ist oft einfach nur Resignation oder Langeweile. Ich schreibe also nur einen Satz zu Papier. „Ich möchte sterben.“ sieht so selbst vor sich hingeschrieben schon seltsam nüchtern und ehrlich aus. Naja, ich kann ja auch abwarten, bis das Leben es selbst erledigt. Bis dahin ist das Leben aber vielleicht auch schon verjährt. Vielleicht soll ich ein neues Genre für lässiges Scheitern werden.

Am Abend lege ich mich wieder zu Bett und begehe noch einmal selbstreferenzielle Onanie und versuche dabei einzuschlafen. Wieder nicht. Also verwandle ich noch eine Flasche Wein in eine Reihe schlechte Entscheidungen. Meine Geschichten wiederholen sich. Genau wie meine Gedanken. Karussell. Ein Kirmesbesuch ohne das Monster unter meinem Bett ist nicht das selbe. Aber ich beschwere mich nicht. Es scheint mir zu schwer. Was soll man sagen? Man versucht sich eben so rücksichtsvoll wie möglich durch die Geschichte zu bewegen. Wie bezeichnend, dass die schlaflosen Nächte, die ich mit Nichtstun verbringe, schneller vergehen als die mit Taten gefüllten Tage. Und manchmal fällt man auch nur nicht in ein tiefes Loch, weil die ganzen Gedanken nicht hindurchpassen. Dann wird mir klar das vielleicht das Monster unter meinem Bett auch nicht mehr durch das Loch passt, weil es auch gewachsen ist. Dann fällt mir ein das, dass Monster vielleicht nie wirklich weg war. Aus dem Monster unter dem Bett ist nur das Monster in meinen Gedanken geworden. Braindamage every day, minddamage all night long. Every day, 7 days a week.

Element of Emtiness – Von Eifersucht auf andere Leben

Element of Emtiness – Von Eifersucht auf andere Leben

Deine Wünsche hören sich komisch für mich an. Nicht weil ich sie nicht verstehe, sondern weil ich sie nicht nachvollziehen kann. Ist aber nicht schlimm. Ich neige dazu, Menschen zu idealisieren. Ich höre auch nicht auf deine Fehler. Kann ich auch nicht. Der größte Gegner ist nämlich das Bild, das ich von mir selbst im Kopf habe. Du zeigst mir deine Wünsche und Fehler wie extraordinäre Kunstwerke immer wieder vor die Augen. Muss man ja gesehen haben solche Prachtstücke. Manche Fehler sind so schön, da wäre man ja blöd, wenn man sie bloß ein einziges Mal zeigt. Da schaukeln wir nun in der Galerie des abartigen Seins. Von deinen gezeigten Fehlerwunschkunstwerken sehe ich nicht all zu viel. Bin ja bisschen blind. Manchmal kann ich den Weg am besten erkennen, wenn es dunkel ist. Ist es aber gerade nicht. Das Neonlicht deiner Erhabenheit blendet mich. Wir sind ja beide Künstler. Jeder behauptet vom Anderen, das er besser sei. Mistgunst.

„Hingabe & Mut – die zwei Hauptzutaten zur Wunscherfüllung!“, sagst du. Tja und nun sieh mich an. Hier stehe ich. Dein Klotz am Bein. Einfach mal stehen lassen, was der andere sagt. Wenn es dann so im Raum rum steht, gibt es vielleicht ein tolles Designelement zum Einstauben ab. Mit Traurigkeit im Herzen und dem Selbstzweifel in der Faust lässt es sich aber auch gut Pinsel halten. Also malen wir zusammen, jeder für sich. Frische Liebe übersieht die schlechten Seiten des Anderen. Damit sie also länger blüht, sollte man immer einen Schuss Alkohol ins Pinselwasser geben. Ich hätte gerne die Präzision, mit der ich gerade mein Leben gegen die Leinwand pinsel, beim Pinchen mit Schnaps füllen. Das bisschen rumkleckern. „Aua, der Schnaps brennt!“ – „Das heißt nur, dass er hilft“ – vielleicht eine der Weisheiten, die einen später mal kaputtmachen wird. Leere Köpfe, leere Flaschen. Chemie vernebelt die Gedanken und hüllt sie in Verbindung. Mit jedem Schnaps fühle ich mehr Gedanken. Mit jedem Schnaps redest du mehr über Gefühle. Es heißt GeFühle. Und nicht GeRede. Weil man nicht darüber redet, Baby. Entweder sind wir Puppenspieler oder Marionetten denke ich. Jeder ist voll von Gefühlen, manchmal ist nur die Angst sie zu zeigen größer als die Freude sie zu teilen. Fragen kostet nix. Außer Würde. Ich stammel dir in kleinen Wortfetzen meine Eifersucht auf dein Leben vor. Vorsicht, verschluckbare Kleinteile. Tja nun. Da packt man das Leben am Schopf und dann trägt es nur ein Toupet. Schade irgendwie.

Wenn Sein und Sollen sich streiten, freut sich die Verzweiflung. Du lachst mich aus. Wir trinken uns noch gegenseitig aus und nehmen unsere Fehlerwunschkunstwerke anschließend nicht mit nach Hause. Manchmal birgt eine falsche Entscheidung einen schönen Moment. Damit man hinterher sagen kann: Es war nicht alles schlecht. Ich gehe jetzt nach Hause. Ruf mich an, wenn du was brauchst. Nicht zu wissen was man will, ist am Meer definitiv schöner. Noch nach Wochen wirst du dir diesen Fehler vorwerfen, den du jedem anderen längst verziehen hättest. Max Mustermann, 28, meist erfolgreich, passabel aussehend, aber in 6 Stunden wieder mit Kater auf dem Boden der Tatsachen. Jeden Moment, den ich überlebe, ist so eine Verschwendung von Zeit. Ich möchte nicht mehr darum kämpfen. Ich fühle mich von jeglicher Existenz freigehungert. How do you want me?! Auf dem Heimweg vibriert mein Handy. So intim war ich schon Jahre nicht mehr.

Deviance – Es ist angerichtet

Ich bekam heute wieder ein Schauspiel provinziellen Intelligenzdefizits par excellence geboten. Und ich musste nicht mal Eintritt dafür bezahlen, denn ich bekam es von mir selbst. Aber langsam. Schmerz soll man ja genießen. Wir fangen mein Leidgericht von vorne an. Man nehme ganz viel Selbsthass, eine Prise Selbstmitleid, ordentlich Zwiebeln und Verzweiflung und warte bis es überkocht. I Viola … Autopilot. Nein, ganz so einfach ist dieses Rezept natürlich nicht mehr. Man gieße also auch noch mehrere Schluck Realität in einen Becher und werfe Gläser ins Glashaus und fülle mich dann damit. Genau genommen muss diese Zutat exquisit von außen kommen. Manchmal stößt einen das Gestern nämlich in das Morgen und man hat keine Gegenwart, um einfach da zu sein. So auch an diesem Abend. Ein paar Gestalten aus der Vergangenheit rissen ein paar Seiten aus meinem Prolog und einige unnötige Aspekte meiner Darseinsgeschichte heraus und machten damit ein Feuer. Ich bin ein offenes Kochbuch für Andere. Jetzt mussten sie es nur noch lesen lernen. Wie viele von uns haben Taten ihrer „früheren Leben“ tief begraben, haben sie verdrängt, vielleicht sogar vergessen. Taten, die nicht mehr mit dem, was sie heute zu sein glauben, übereinstimmen. Dinge, für die sich heute schämen würden und bei denen es auf die Frage nach dem Warum keine Antwort gab, gibt und geben wird.

Jeder von uns hat seine eigenen Lebenslügen. Menschen mit Problemen werden meisterhafte Schauspieler. Lebensmotto Tarnkappe. Kaum etwas definiert uns besser als das, was wir verstecken oder zu verstecken versuchen. Möchte man also seine Fassade erhalten oder Illusionen einreißen? Mein angemixter Cocktail an Emotionen begann also überzukochen. Eine klare Schutzreaktion, bei dieser Überhitzung, ist mein interner Bimetallstreifen. Ich fahre alle Abwehrmechanismen hoch und blocke jeden Versuch mich wieder betriebsbereit und funktionstüchtig zu bekommen. Der Autopilot. So kann ich im Höhenflug krass tief abgehen und bin für Menschen, die mich doch eigentlich lieben, nicht mehr erreichbar. Ein verzerrtes Bild meiner selbst. Los, Unverständnis! Brüll mir laut ins Gesicht.

Wie vielen Menschen fällt es auf, wenn man bei ihnen ist, aber verschwindet? Verblasste Persönlichkeit. Die Antwort ist, dass es vielen Menschen schon auffällt. Wenn man immer alles alleine unternommen hat, stehen plötzlich die Tätigkeit und der Ort im Vordergrund. Es gibt einem Sicherheit. Es ist mir zu ungewohnt jede Hilfe anzunehmen, zu unsicher sich eines Besseren belehren zu lassen. Ich habe mit diesen Zutaten zu selten gekocht, um sicher mit ihnen umgehen zu können und ihre Wirkung im fertigen Gericht abzuschätzen und anzuerkennen. Viele versuchten mich jedoch mit Wort und Tat davon zu überzeugen. Aber noch nicht einmal einzelne Wörter haben für alle Menschen dieselbe Bedeutung. Wie soll das dann mit ganzen Sätzen funktionieren? Zu unterschiedlich sind doch die Geschmäcker. Und so endet manchmal nicht die Freundschaft, sondern die Geduld.

Jeder Mensch braucht gute Zeiten um die schlechten Zeitnarben zu flicken. Diese Pflaster reichen jedoch oft nur für einem Selbst und selten akzeptiert man die Not einem anderen Menschen sein eigenes Verbandszeug abzugeben und selbst mit Wunden zurück zu bleiben. Es ist aber eben auch wichtig Wunden zu lecken, die in ihren Tränen echte Überwindung und auch Transzendenz versprechen. Wenn schon alle internen Spiegel verhängt sind, bleibt nur noch die blasse Reflexion der Schaufenster mit all den bunten Produkten der anderen Menschen, die billigeren Umsatz versprechen. Als Kind hat man mir stets gesagt, wann ich gefälligst glücklich sein sollte – heutzutage weiß ich es immer erst hinterher. Ich hasse mich dafür ein kleines Stück Glück nicht genießen zu können, weil ich auf größere Stücke warte. Aber der Kuchen ist eine Lüge. Es gibt kein größeres Stück. Es gibt Krümel. Kleine Happen zugeworfen, damit man nicht verhungert und das Elend bei der Stange hält. Man muss im Leben nicht immer alles richtig machen, denn auf Grabsteinen stehen keine Noten. Ich bin schwer enttäuscht von mir. Wie eigentlich meist. Wie eigentlich immer. Aber ich lerne daraus und es wird besser. Es wird besser. Verzeihung und Vergebung sind mir neue und liebe Zutaten, die ich nur schwer und hoffentlich noch oft im Bioladen meines Vertrauens bekommen kann. My Circus. My Monkeys.

Bahnhofshaltestellenromantik

Bahnhofshaltestellenromantik – Von ungeschliffenen Diamanten, die lieber Steine sein wollen.

Manchmal verkaufe ich gerne Voodoo, wie so ein Billigreise-Veranstalter. Durchaus nicht seriös. Dafür mit viel Leidenschaft. „Erlebe das besondere Leben!“, sage ich dann immer. Ich verkaufe glückliche Urlaubstage für Menschen ohne Makel, dafür mit Fehlern. Es fällt mir leicht deine Tage nach Farben zu sortieren. Sind die meisten doch von grauer Natur. Dafür brauche ich sie nicht mal mit schwarzem Filzstift unsauber ankrickeln. Nun stehe ich hier also am Durchgangsbahnhof. Wartend wie viele andere Menschen auch. Gescheiterte Existenzen wie ich geben gerne Lebenstipps, wie Versprechungen für Urlaubsreisen zur Glückseligkeit. Ganz angenehm vielleicht, jedoch immer von zu kurzer Dauer. Was bleibt ist ein Leben als tristes Wartezimmer. Die Sehnsucht nach dem Mehrwert malt an diesen Wänden dann lieblose Kreise. Nur selten bietet sich die Gelegenheit einen Zug zur Glückseligkeit zu erwischen. Die meisten Züge halten ja nicht mal an diesem Bahnhof an, sondern rauschen einfach durch. Man erkennt diese Glückszüge ja nicht mal wirklich. Alle Züge sind führerlos. Einige Waggons sind schon gezeichnet vom Leben. Einige mit bunten Graffitis, andere mit tristen Tags verschandelt. Das sagt aber nur wenig über ihre bisherige Laufbahn und ihre weitere Strecke aus. Schienenloses Rauschen. Auch Penner verkaufen hier gute Gewissen für Kleingeld. Penner wie du und ich. Da stehen wir nun an einer Ubahn-Station des Lebens. Es kommt nicht darauf an dem Leben sichere ausgebaute Schienen zu geben, sondern das Schienennetzwerk zu erweitern. Es kommt auch nicht darauf an dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben. Der leichte Weg ist selten der Bessere. Umwege fördern die Sehnsucht, dem Bestrebten, näher zu kommen. Alles dauert so lange wie es soll. Ich erzähle dir mit zitterig gebrechlicher Stimme vom besseren Leben. Vom Leben außerhalb dieses Bahnhofes. Dort wo Züge einen hinbringen können wenn sie halten, wenn man schnell ist und einen erwischt bevor er überfüllt ist. Du erfragst so viele Details, die ich gerne bereit bin zu erklären. Ich erzähle von Diamantensplittern aus Träumen, die zusammengesetzt ein wundervoll funkelndes Zukunftsmosaik ergeben. Es tut gut dir davon zu erzählen, wirkst du doch so verständnisvoll. Es ist nicht nur gut weil es im Moment gut ist. Es muss generell gut sein, dann macht es Sinn. Wir leben in einer Zeit, die Ruhe sucht und Stille fürchtet. Alle Augen schauen, wenige beobachten, sehr wenige erkennen. Ich flüstere bitter tropfende Erkenntnisse in dein Ohr. Plötzliche Stille. Aus heiterem Himmel fällt ein Moment nieder. Wieder prasseln deine Worte auf mich ein. Ich verstehe sie nicht mehr. Weißes Rauschen. Die durchfahrenden Züge werden immer mehr, immer lauter. Deine Stimme wird eins mit den quietschenden Schienen. Ein bremsender Zug sprüht Funken in meinem Herzen. Er hält wirklich an. Viele Züge fahren in deinen Bahnhof. Doch nur wenige in deinen Aufenthaltsbereich. Viele kleine Schritte wagst du bedacht zurück. Wenn vorwärts keine Richtung ist, kann man natürlich auch auf felsigen Standpunkten verharren. Irgendwas will von deinem Inneren nach außen. Aber es stockt in deinen Augen. Schau mich an? Was ist denn übrig von mir? Ich habe jeden deiner Gedanken verstanden, jedes Gefühl mitempfunden und dennoch konnte ich die Mauern nicht einreißen. Wenn du ganz leise bist, kannst du schon das Zittern der Mauern hören, die du einreißen wirst. Mauern einreißen kann jeder. Helden räumen Schutt und Asche auch weg. Einer der schwersten Kämpfe ist zwischen dem, was du fühlst und dem, was du nun weißt. Du stehst in der Zugtür und ich versuche dich ein letztes Mal zu erreichen. Ich komme auf dich zu. Doch du stößt mich zurück. Ich taumle zurück und zerberste die gläserne Reklametafel hinter mir. Ich bastle mir Glasflieger aus den neurologischen Effekten der zersplitterten Scheibeneinrichtung und lande damit in einem irrationalen Traum. Ein neues Leben für einen neuen verlorenen Traum. Das ist der Fluch in unserem Leben. Wir rufen nach der Liebe und rennen dann schreiend davon, wenn sie herbeikommt. Danke für alle Zweifel und Fragen. Für die Einsamkeit und den Schmerz, in dem du mich zurücklässt, als der Zug seine Türen schließt. Inspiriert es mich doch auf zweierlei Wege. Dein Sehnen nach leichter Kost. Gerne als Krimi für den Funken Spannung im Leben. Menschen sind schon lange nicht mehr bereit die Päckchen und Tracking Survival Rucksäcke des Anderen zu tragen. Fürchten sie die eigenen verwinkelten Ubahn-Tunnel doch zu sehr. Gerne überlassen sie jedoch ihren Wegbegleitern ihren hippen Großstadtjutebeutel voller Kleinkram. Stein, nun hältst du nur noch her für Geschichten, die du selbst nicht verstehst. Licht und Schatten heißen die Arme der Liebe. Ich möchte den Bahnhof anzünden, weil man die Nacht so selten wütend sieht. Da liege ich nun, lebe Diamantsplitter des besonderen Lebens, welches du so sehr begehrst und doch nicht willst. Allein. Ich fresse meine Demut. Die Gleise nach außen habe ich doch schon längst abmontiert.

Pilotengedanken

Hallo, mein Name ist Rypzy.
Manchmal stelle ich mir vor, wie ich in Zeitlupe nach Hause gehe und ich plötzlich von einem Lkw erfasst werde. Dann erwache ich aus dem Tagtraum. Mal im Ernst: Wer stirbt schon gerne als Leiche? Erwachsen sein ist der Shit of the Day. Erwachsen sein ist aber auch so eine überflüssige Angelegenheit. Ich war arbeiten. Auch wenn ich eher so ausschau, als hätte ich die Nacht davor eine Wodka-Orgie mit 20 Russen gefeiert. Der Job zerfegt die Splitter meiner Träume. Ziele gesetzt, aber nur Grenzen erreicht. Naja. Irgendwas ist in mir wahrscheinlich irgendwann mal zerbrochen, aber hey, dafür mache ich jetzt tolle Geräusche, wenn man mich schüttelt. Wer bin ich und was legt man mir zur Last?! Das ist inzwischen unwichtig geworden. Ihr könnt ja erst mal ein Stück mit mir gehen, wir werden ja dann sehen, wie lange ihr durchhaltet. Niemand ist so wie er sich präsentiert. Er ist auch mal anders. Ich mache mir oft Gedanken. Ich mache mir zu oft Gedanken. Es wäre mir lieber, wenn sie fort wären. Diese heuchlerische Brut. Was du hier konsumierst, ist die Pilotfolge. Ein Format über meine Gedanken. Mal verpackt in Geschichten, mal in Gedichten, mal in losen kryptischen Worten. Ich verliere mich zu oft in ihnen um sie zu verstecken. Deswegen möchte ich dir gerne welche abgeben. Ich mache also dann auch dir Gedanken. Du mir dafür vielleicht ein paar Drinks. Das, was ich nicht sage, findest du dann zwischen den Zeilen. Vielleicht kannst du ja was mit ihnen anfangen. Vielleicht aber auch nicht. Aber auch das ist nicht schlimm. Musst du auch nicht. Mit seinen Gedanken Verstecken zu spielen ist übrigens eine blöde Idee. Sie finden einen immer. Spätestens bei Nacht. Unter der Bettdecke. Die schummeln nämlich! Ich möchte meine Gedanken in diesem Format nicht zwangsläufig von Euch verstanden wissen. Sondern eher als vorhanden wahrgenommen werden. Wenn du einen Grund brauchst ist das schon sehr flach gedacht. Es ist sozusagen die intellektuelle Wissenschaftssendung im Nachtprogramm meines Kanals im Kontrast zur seichten Nachmittagsunterhaltung, die hier sonst so auf meinem Kanal herrscht. Zerstreuung tut gut. Träume können Nahrung sein. Ihr könnt mir ja eure Gedanken in die Kommentare schreiben oder einfach nur ein „S0chön“. Ich suche keine Lösungen. Ich bin müde. Ich will sie nur loswerden. Hoffentlich begegne ich mich vielleicht ab und an dabei wieder. Das ist für uns beide dann nicht so schön. Aber Hoffnung bedeutet nicht, dass etwas gut ausgeht, sondern dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht. Trägt er in der Hand doch eine Sanduhr mit meiner eigenen Asche drinnen.

Krisenspielplatz Balkonien

Hätten wir die Momente der Unzufriedenheit einfach unter den Fußabtreter gekehrt, könnten wir nun flauschig drüber schlürfen und unsere wabbeligen Gehirne bequem zu Bett legen. Doch 2 Sixpack Bier von der Tanke riefen zum Schichtdienstbeginn. Also betreten wir unseren Wachposten, Schutzkonstrukt in luftiger Höhe und Ausflugsort für ferne Galaxien: Der Balkon. In unseren Gedanken fahren Panzer in der aschesträhnigen Nacht. Cocktailschirmchen schützen vor unsanften Abstürzen. Niemand braucht dann den Personenschaden kurz zusammenfegen. Wie offene Fallschirme von Piloten deren Eurofighter sich vom Himmel mit lautem Getöse verabschiedet. Schleudersitze auf Zeit. Unsere Panzer zerschießen sich gegenseitig die schlecht ausgebaute Deckung. Ein jeder schaut abwechselnd verstohlen daraus hervor. Gesprächsfetzen dissoziieren sich. Du stellst dich aufs Schafott, Strick und 3.stock. Du schreist nach Aufklärung. Erklärung! Verklärung? Entklärung. Zwischenklärung und Nichtklärung!! Dann sprichst du nur noch ganz leise, ziehst dich in deine Decke zurück. Ganz gebeugt von der Stille werden wir langsam zerstört. Ein letzter Auftritt auf der Weltenbühne Balkon. Gestreckt zum Publikum und der Abgang kommt. Ein letzter Toilettengang bevor die Gedanken halluzinatorisch und alkoholgeschwängert mit der Sonne verbrennen. Ich stolpere ungeschickt an den Raufasertapeten deiner Existenzbehausung entlang. Dabei würde ich doch lieber ein Pflaster auf deine Seele kleben und dich heil machen. Meine Ratschläge waren gut gemeint, aber lieblos hingeniest. Nicht niedlich. Keine Zielführung, wackeliges Fadenkreuz, schlechtes Aiming. In unseren Köpfchen verbleiben winzige Widerstandsgewächse des Zweifels. Das Nachdenken über das Unausgesprochene gegenüber Geistern, die man gern ungern rufen möchte. Unsere Panzergedanken liegen brach und zerstört im kargen Morgenland. Zigaretten zerfasern derweil die kalte Luft. Sie schmeckt nach zerschossenem Blei. Im Dunst des Morgengrauens werden die ohnehin schweren Gedanken müde. Keine Munition mehr übrig. Zäh zerfallen sie im Aschenbecher. Zurück auf dem Wachposten zucke ich noch dreimal, werfe mein Anstandsblinzeln auf unbeteiligte Wolken und verlasse apathisch das bezahlte Raum-Zeitkontinuum. Dann nimmt Musik uns an die Hand, führt uns in dem Raum, in dem Gedanken keinen Zutritt mehr haben und wir bleiben so lange, bis alles gut ist. Wirbel für Wirbel rollen wir ab in die Stille der harten Balkonmöbel. Wir machten aus der Nacht ins Vergessen eingehende Erinnerungen. Die Sterne des Himmels ertränken sich zusammen mit der Aufmerksamkeit im Morgenrot. Das Lichtspiel des Redens wirft keine Schatten mehr und das Augenlid verzerrt die Leere. Übrig bleiben klebrige Alkohol-Energy Becherböden und abgestandenes Hirnwasser.

Nachtrag: Labyrinthreflex – Wir fanden Atlantis nicht im Schlaf.

Ab und an schaut Mäuschen vorbei um Herzchen zu Randale einzuladen.

Ab und an schaut Mäuschen vorbei um Herzchen zu Randale einzuladen. Herzchen geht auch meist gerne mit auf Tour. Mäuschen und Herzchen treffen sich öfter. Sie leben für die gleiche gute Sache. Das gleiche Ziel, den Traum leben. Selbstbestimmt. Sie kämpfen für Freiräume in den Köpfen. So auch heute. Freiräume schaffen Landschaften für Stockwerkträume aus Gefühlen. Herzchen ist schnell entzündlich, zündelt auch mal gerne. Die Funken sprühen dann auf Mäuschen über. Sie eskalieren, sie explodieren. Entstehende Risse in der Freiheit gehen dann durch den Raum der Vorstellungen. Leere, Träge und Stillstand sind ihre größten Widersacher. Diese sind tiefschwarz. Tiefschwarz wie sie selbst. Für stille Beobachter fällt es schwer sie auseinander zu halten. Sie zu orten, gerade bei Nacht. So wie die klare Mondnacht heute im grauen Camouflage der Großstadt. Auch diese Nacht wollen sie wieder die Keimlinge ihrer warmen Revolution in den Boden der Trostlosigkeit pflanzen um im Morgengrauen die zarten Knospen ihrer lodernden Symbiose zu bestaunen. Worte fallen keine. Wer ihr Schweigen nicht versteht, wird auch ihre Worte nie verstehen. Am Monument der Resignation sind sie nun angekommen. Den Schlüssel zu dem heruntergekommen Haus haben sie verloren. Die Tür bleibt verschlossen. Doch die Hoffnung könnte dort drinnen eingesperrt sein. Das wissen sie aber nicht so genau. Ist auch nicht so wichtig. Könnte ja auch eine Totgeburt sein. Sie reichen sich also die Hände. Kein Platz für kalte Gefühle. Aber auch tausend Zweifel machen heute nicht halt und packen gerne fest mit an. Pflastersteingedanken, yeah. Möge dieser zeitlosen Momente nie vergehen denken sie sich. Das Licht brennt wieder. Das Licht brennt wie immer. Viel Platz für Gefühle dort drinnen. Aber auch für Gedanken. Gefühle sind heiß und Gedanken kalt. Nun gibt es kein Platz mehr für sich zwischen ihnen. Manchmal ist es das beste sich selbst zu verlieren. In ihren Köpfen fahren Panzer. Schutt und Asche. Selfdestruction. Ein anderes Leben für einen neuen Traum. Im Autopsiebericht wird stehen: Herzchen und Mäuschen, totgehopst. Man weiß ja nicht, was man immer so tut und woran man ist. Aus der Ferne spülen die Wolken den ersten Regen herbei. Kleine Flamme wunderbar erstickt daran. So bewegt sich alles unbewegliche stetig. Eure Wirklichkeit, ihre Dystopie.

Nachtrag: Mäuschen kann gar nicht mit Herzchen auf Tour gehen weil das gar nicht funktioniert.

Rypzylon, den 26. Januar 2014

Vanita’s peruanische Apfel-Exekution

Schweißgebadet erwacht Vanita aus ihren wüsten Gedankenkonstrukt.

Gluck, gluck. Hämmernde Kopfschmerzen begleiten ihren ersten Augenaufschlag. Dunkelheit begrüßt bei ihrer ersten Rundschau. Ihr steifer Hals erschwert ihr das Neigen und Drehen ihres, bis zum Bersten gespannten, Kopfes. Nur ein wenig mehr Druck und er würde explodieren, denkt sie sich. Dumpfer Schmerz durchblutet ihren ganzen Körper. Was ist geschehen? Sie kann sich nicht erinnern. Weiterlesen