Breakfast At Tinnefs – Vanitas

Oft liege ich nachts wach und warte auf das Monster unter meinem Bett. Dabei schaue ich ungeduldig immer mal wieder runter, um dann in eine entsetzliche Leere zu schauen. Dabei erwarte ich es doch sehnlichst. Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen. Genau genommen schon seit meiner Kindheit nicht mehr. Dabei kann ich für mich gar nicht genau aussagen, meine Kindheit verlassen zu haben. Ich habe sie wohl eher aufgegeben oder einfach nur verloren. Das Monster und ich waren nie so wirklich Freunde. Aber ohne es konnte ich auch nicht. So fühlte ich mich in seiner Anwesenheit zumindest nicht so alleine. Mit dem scheinbaren Ableben des Monsters kamen die Gedanken. Die Gedanken sind ein weitaus schlimmerer Spielgeselle als das Monster unter meinem Bett.

Mit dem Vergehen der Stunden erkämpft sich die Sonne so langsam wieder ihren rechtmäßigen Platz am Himmel. Faszination Nebel in der Dunkelheit. Das Leben ist verschleiert. Ein stiller, verhüllter, verschwommener, diffuser Tanz in den Tag hinein. Nebelerbe / Scherbenprivileg. Was soll mich im Bett halten? Ich handle und reife. Ich bewege mich in dem, was mir noch bleibt. So setzte ich mich an das Schlafzimmerfenster und schaue leeren Blickes in die Morgendämmerung. Es fängt an zu regnen. Sowohl im Kopf als auch im Nebel. Tage, an denen der Regen schon morgens an die Türe klopft, um die Tränen zum Spielen heraus zu holen, mag ich sehr gerne. Beide tanzen dann auf planierten Dystopien. Ich kann ihnen nur still sitzend zuschauen. Man wird Teil einer stehenbleibenden Bewegung. Ich verlebe Geschichten, die der Alltag schreibt, aber das Leben nicht lesen will. Es schaut lieber bunte Bilder vom schönen Sein in der Tageszeitung. Das Morgenradio verhöhnt mich mit Ekelelektro mit sexy Saxofon. Ich hasse Saxofone. Wann bekommt die Morgencrew endlich haue. Vielleicht soll ich ein neues Genre für lässiges Scheitern werden.

Zur Mittagszeit blendet die Sonne sehr stark lebendgebärende Scheiterhaufen und streicht Mosaike aus meiner Haut. Meine Mundwinkel sind noch müde. Bleiben es heute wohl auch weil meine Gedanken gestern Nacht im besten Club der Stadt feiern waren. Stroboskoptanz mit meinem Bewusstsein. Telefonanruf. Ich hebe ab. Mund zu Mund Verrat am Mittag. Das beatmet meine Zukunft neu. Das Licht im Tunnel hätte beinahe geschrien. Ich habe wieder was zu tun. Klar kann ich das erledigen, während ich in Hospitalismus verfalle beim Zuhören und einfach alles abnicke. Je intensiver ich versuche, mein Leben normal zu leben und mich auf den Alltag zu konzentrieren, desto größer wird die Leere in mir. Ein riesiger Sobolev-Raum. Endlos und mit grauen staubigen Wänden. Aber grauer Staub kann ja etwas sehr schön Beruhigendes sein. Es gibt immer die Möglichkeit, Dinge positiver zu formulieren. Dafür schuf Gott den Euphemismus. Ich versuche also jeden Stock zu greifen. Aber schon niedlich, wie ich den Stock suche, den das Leben nie geworfen hat. Vielleicht soll ich ein neues Genre für lässiges Scheitern werden.

Ich hab für meinen Erfolg nie was tun müssen. Das Abi, der Job und meine Hobbys Malerei, Musik und Lyrik. Alles wurde mir so zugeschmissen. Ich bin nicht geworden. Jetzt bin ich wer. Was bleibt mir noch übrig? Ich mach es doch schon. Ich brauch mehr von dieser Scheiße in Schokosoße getunkt. Die Welt dreht sich. Sie dreht sich um mich. Aber ich mich nicht mit ihr. Stillstand. Ich habe doch fast alles zum glücklich sein. Aber die Illusion ist die hässliche Schwester des Wunsches. Dazu noch diese krankhafte Darstellung, dass man mit einem Partner zusammenleben muss. Sonst bist du ein seltsamer Sonderling. Egal wie sehr ich mich bemühe. Ich eigne mich nur für Kurzgeschichten. Ich wollte mal ein Buch schreiben. Aber das ist Quatsch. Das tun schon viel zu viele, die kein Buch schreiben können. Ich möchte mich aber auch nicht zwischen Mädchen, die leicht beschämt nach gemeinsamen Nächten gähnen, bewegen. Mir immer zu sagen, dass ich nicht weiß was ich will hat nichts mit Unentschlossenheit meinerseits zu tun. Es ist oft einfach nur Resignation oder Langeweile. Ich schreibe also nur einen Satz zu Papier. “Ich möchte sterben.” sieht so selbst vor sich hingeschrieben schon seltsam nüchtern und ehrlich aus. Naja, ich kann ja auch abwarten, bis das Leben es selbst erledigt. Bis dahin ist das Leben aber vielleicht auch schon verjährt. Vielleicht soll ich ein neues Genre für lässiges Scheitern werden.

Am Abend lege ich mich wieder zu Bett und begehe noch einmal selbstreferenzielle Onanie und versuche dabei einzuschlafen. Wieder nicht. Also verwandle ich noch eine Flasche Wein in eine Reihe schlechte Entscheidungen. Meine Geschichten wiederholen sich. Genau wie meine Gedanken. Karussell. Ein Kirmesbesuch ohne das Monster unter meinem Bett ist nicht das selbe. Aber ich beschwere mich nicht. Es scheint mir zu schwer. Was soll man sagen? Man versucht sich eben so rücksichtsvoll wie möglich durch die Geschichte zu bewegen. Wie bezeichnend, dass die schlaflosen Nächte, die ich mit Nichtstun verbringe, schneller vergehen als die mit Taten gefüllten Tage. Und manchmal fällt man auch nur nicht in ein tiefes Loch, weil die ganzen Gedanken nicht hindurchpassen. Dann wird mir klar das vielleicht das Monster unter meinem Bett auch nicht mehr durch das Loch passt, weil es auch gewachsen ist. Dann fällt mir ein das, dass Monster vielleicht nie wirklich weg war. Aus dem Monster unter dem Bett ist nur das Monster in meinen Gedanken geworden. Braindamage every day, minddamage all night long. Every day, 7 days a week.

4 Minuten Zombie TAG

Bei dir bricht die Zombieapokalypse aus. Du hast 4 Minuten Zeit um alles, was du für nützlich hälst, in deiner Wohnung zusammen zu suchen. Was würdest du mitnehmen. Mit dieser Frage beschäftigt sich der “4 Minuten Zombie TAG”. Ich habe bei dem TAG mitgemacht. Hier sind die Regeln:

Regeln:
– Du darfst maximal 4 Minuten packen. Wenn du mehr Zeit brauchst stehen sicher schon Zombies vor deiner Tür.
– Die Pack-Sequenz muss 1 Take sein. Intro und Outro kann ganz normal bearbeitet werden.
– Schickt bitte einen Link von eurem Video zum Kanal “SendungmitdemHenrik” damit er es in die 4 Minuten [Zombie TAG] Playlist packen kann.
– Taggt am Ende bitte weitere Überlebende damit auch diese ein Chance haben.

Hier könnt ihr euch die gesamte Playlist der bisherigen TAG Teilnehmer einsehen. Macht doch mit und zeigt mir was ihr mitnehmen würdet, wenn die Zombieapokalypse bei euch ausbricht: http://www.youtube.com/playlist?list=PLOascGjVh9T-41lQnV7N4cMdBUUEnDIMT